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Persönliche Entwicklung

Was ist der Unterschied zwischen Projektion und Realität?

15. März 2020

Der Unterschied zwischen Projektion und Realität sind Fakten!

Als ich ein Teenager war, hatten wir eine Nachbarin, welche in dem Einfamilienhaus neben uns wohnte. Sie hatte ein Tochter in meinem Alter, aber irgendwie hat sich zwischen uns nie wirklich ein Kontakt hergestellt, so dass wir uns nur so vom „sehen her“ kannten.

Eines Tages, als ich meinen kleinen Hund Gassi führte und dieser zufällig an den Stein pinkelte, welcher ihren Garten abgrenzte, fuhr sie mich auf einmal aggressiv an. Sie beschimpfte mich wüst und warf mir allerlei Dinge vor.

Einer dieser Vorwürfe war „Wie unfreundlich ich doch wäre, weil ich nie ihre Tochter grüßen würde, wenn wir uns auf der Straße begegnen würden!“.

In dem Moment stutzte ich, denn ich war gerade wenige Tage von einem längeren Auslandsaufenthalt zurück und in den paar Tagen bin ich ihrer Tochter gar nicht begegnet! Verblüfft antwortete ich ihr „Ich habe gerade 1,5 Jahre in New York gelebt!?“. 

In dem Moment konnte ich wörtlich sehen, wie ihr Kinnlade herunter fiel und sie mich irritiert ansah. Wahrscheinlich muss sie innerlich gedacht haben „Wie kann das sein, ich hatte doch wirklich das Gefühl, dass dieses unhöfliche Mädchen, meine Tochter ignoriert?! Und nun war sie gar nicht da?“.

Natürlich kann es sein, dass ich vor dieser Zeit, ihr mal auf dem Bahnsteig oder auf der Straße begegnet bin und vielleicht in Gedanken versunken war und sie gar nicht wahrgenommen habe. Doch der Vorwurf dieser Frau klang so, als würden wir uns tagtäglich begegnen und ich sie notorisch ignorieren würde.

Im Nachhinein weiß ich, dass diese Frau damals durch eine sehr schwere Zeit ging und in solchen Phasen ist man eben alles andere als glücklich. Dann dient das Umfeld gerne mal als Projektionsfläche für die eigenen aufgestauten Gefühle. Das Resultat ist eine total überzogene Reaktion, die mit der Realität in keinster Weise etwas zu tun hat.

Wenn du dich deshalb in einer Situation fragst, überreagiere ich hier vielleicht, dann konzentriere dich auf die Fakten. Wie oft bist du diesem Menschen wirklich begegnet und wie oft hat er dich wirklich nicht gegrüßt oder beachtet?

Konkrete Fakten helfen auch dem Gegenüber sein Verhalten zu ändern, da man sich dadurch seinem Fehlverhalten bewusst wird. Wird man hingegen unter Generalverdacht gestellt, kann man dies oftmals einfach nur mit einem hilflosen Achselzucken quittieren.

Somit gilt, bei der Projektion handelt es sich immer um einen „generellen“ Vorwurf: „Du bist ein total unhöflicher Mensch und grüßt nie!“. 

Fakten hingegen sprechen eine andere Sprache: „Ich habe dich letzte Woche auf der Straße getroffen und du hast mich nicht gegrüßt, das hat mich verletzt!“.

Deshalb ist es so wichtig, bevor man jemanden mit einem „Problem“ konfrontiert, sich erstmals hinzusetzen und das verwobene Knäuel von Fakten und Projektion zu trennen. Das ist nicht immer einfach, doch wenn man wirklich an einer echten Lösung interessiert ist, ist es unabdingbar. 

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