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Schamanismus

Wie sich sterben anfühlt…

3. September 2019

Ich habe einmal vor einiger Zeit eine Priesterinnen Schwester begleitet, bei ihrem Kampf gegen den Krebs. Leider habe ich ziemlich bald gespürt, dass sie sehr starke Verdrängungsmechanismen hatte und viele Themen, die wichtig für ihre Heilung gewesen wären, nicht ansehen wollte oder konnte. Ich habe versucht einige Heilungsimpulse zu setzen, doch ihre inneren Widerstände waren so massiv, dass es für mich relativ bald klar war, dass sie den Kampf so leider nicht gewinnen konnte, da es an einer inneren Dringlichkeit fehlte, sich wirklich den Schattenthemen zu stellen, die sich nun so klar und vehement präsentierten.

Einige Monate später, als sich ihre Diagnose immer mehr und mehr verschlechterte, musste ich wieder an den Traum denken, den sie am Anfang ihrer Krebserfahrung hatte und von dem sie mir erzählte.

Sie stand am Rande eines Kessels. Der Kessel ist in der keltischen Mythologie ein Symbol für tiefe Transformation und Erneuerung. Dann spürte sie eine zärtliche Gestalt neben sich, welche sie einlud in den Kessel zu steigen. Diese Gestalt erkannte sie als die Lady von Avalon, die Göttin Avalons. Sie folgte dem Rat und stieg in den Kessel.

Während ihrer Wandlungsreise, gab es diesen einen Moment, wo sie in dem wässrigen Gebräu des Kessels kurz untertauchte, aber sofort wieder da war und sich in einem wunderschönen strahlenden und goldenen Kleid, neben der Göttin von Avalon wiederfand.

Ich hatte oft darüber nachgedacht, was dieser eine Moment zu bedeuten hatte. War es ein Symbol ihrer Heilung, dass sie wie neugeboren, aus dieser Erfahrung hervor gehen würde? Doch als ich mich, während ihrer Krebserfahrung, zu jenem fortgeschrittenen Zeitpunkt hineinfühlte, spürte ich „Ah genau so fühlt sich sterben an!“. Es ist nur ein ganz kurzer Moment, wo wir das Bewusstsein verlieren, vergleichbar, wie wenn wir in einen tiefen See springen, kurz untertauchen, aber sofort wieder präsent sind.

Während ich mich weiter in den Sterbemoment vertiefte, kamen mir Bilder hoch, von früheren Inkarnationen, als ich selbst gestorben bin und es fühlte sich alles ähnlich an. Ein schneller und flüchtiger Moment, ein fast schon nahtloser Übergang, wo unser Bewusstseinsstrom nur kurz unterbrochen wird, vielleicht für eine hundertstel Sekunde, nicht länger…

Ich denke das kann ein großer Trost sein, für Menschen, welche die letzten Stunden ihres Lebens vor Augen haben. Auch meine Priesterinnen Schwester hatte große Angst vor dem Tod, als sie realisierte, dass sie es nicht schaffen wird. Eine gute Freundin von ihr, schrieb später in einer Andachtsgruppe, dass sie mit ihr nach ihrem Tod in Kontakt war und dass sie ihr telepathisch übermittelte, dass wenn sie gewusst hätte, das sterben so einfach und unkompliziert ist, dann hätte sie sich vorher nicht so viel Mut ansammeln müssen!

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